Im Landtag

Moritz Kosinsky / Wikipedia

Die Arbeit im Landtag ist vielfältig. Während bei den Plenarsitzungen als Vollversammlung die endgültigen Gesetzesentscheidungen getroffen werden, findet vorab innerhalb von Ausschüssen die inhaltliche Vorbereitung statt.

 

Hier geht es zu den Erklärfilmen zur Parlamentsarbeit des Landtags von NRW.

 

Die SPD Fraktion NRW trifft sich regelmäßig um Anträge und parlamentarische Initiativen wie z.B. Große Anfragen oder Aktuelle Stunden vorzubereiten. Meine Fraktion hat mich in den Schul- und Integrationsausschuss entsandt, sowie für das Thema Inklusion beauftragt.

 

An welchen Themen arbeite ich gemeinsam mit meinem Team?

 

Ausschuss für Schule und Bildung – Für gute Bildung von Anfang an!

Als Logopädin habe ich Kinder und Jugendliche begleitet, denen Sprechen, Lesen oder Schreiben schwer fällt. Umso wichtiger ist für mich die Frage, wie in Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur weiterführenden Schule beste Lernumgebungen für alle Kinder und Jugendliche entstehen können.

 

Wir müssen strukturell Schule anders denken – an den Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen orientiert und dadurch Zeit und Raum für Entwicklung schaffen. Hierfür ist der Rechtsanspruch eine wichtige Chance Schulen als Lebensraum und nicht reinen Lernraum zu organisieren. Hierfür braucht es ein Team in Schulen aus Lehrerinnen und Lehrern, wie auch weiteren Professionen von Schulsozialarbeit und Therapieberufen. Was in unseren Nachbarländern völlig normal ist, scheitert in NRW daran, dass sich niemand zuständig fühlt zwischen Schul- und Gesundheitsministerium. In den Anträgen „Masterplan Kindergesundheit“ und „Chancengleichheit für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störung & Rechenstörung“ habe ich meine Ideen hierzu in die Ausschussarbeit eingebracht – denn hier ist ressortübergreifendes Handeln gefragt! Auch die Angebote zwischen Schule und Jugendhilfe müssen besser aufeinander abgestimmt werden. In einem Sofortprogramm macht die SPD Landtagsfraktion entsprechende Vorschläge durch ein 10 Punkte Plan.

Chancengleichheit aller ist das Ziel – hierfür hat meine Landtagsfraktion eine eingesetzt. Hier werde ich als stellvertretendes Mitglied die vorwiegend wissenschaftliche Arbeit mit begleiten, mit dem Ziel Handlungsableitungen für das Bildungssystem zu erreichen.

Wenn Schule als Lebensort verstanden wird, ist hier der Raum für soziales Miteinander und Integration. Unser Bundesland ist vielseitig – Zuwanderung seit Jahrzehnten prägen die Identität der Kinder und Jugendlichen. Für mich ist Wertschätzung der Erstsprache ein wesentlicher Schlüssel zur Integration. Herkunftssprachlicher Unterricht sowie der Respekt gegenüber Mehrsprachigkeit beflügeln ebenso den deutschen Sprach- und Schriftspracherwerb. Wer in einer Erstsprache sicher ist, kann auch die Umgebungssprache gut erwerben. Das gilt von der Kita bis zur Schule und Integrations- und Sprachkurse bei Erwachsenen. Womit wir beim zweiten Ausschuss sind:

 

Ausschuss für Integration

Meine Heimat ist geprägt durch das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Wir sind Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde. Mir selbst wird immer wieder bewusst, dass ich als „Bio-deutsche“ andere Erfahrungen sammle, die meine Entwicklung als weiße christlich geprägte Person gefördert haben. Durch meine Arbeit als Logopädin und ehrenamtlich durch Kommunikationskurse für Geflüchtete habe ich wieder mit dem Thema Kommunikation & Sprache Kontakt und Erfahrungen mit Menschen mit internationaler Familiengeschichte sammeln können. Ich bin überzeugt: durch Kommunikation entsteht Respekt für Vielfalt und andere vermeintlich fremde Kulturen. Hier setze ich im Integrationsausschuss an – wir brauchen Respekt für Erfahrungshintergründe und Wertschätzung von Biografien basierend auf Migration und Flucht. Das Thema Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum Bildungssystem und der Arbeitswelt begegne ich hier auf vielfältige Weise –  von der Sprach-Kita bis zum Integrationskurs. Struktureller Rassismus sind häufig unbewusste Verhaltensweisen, die wichtig in der Reflektion sind!

Das von der Bundesregierung verabschiedete Gesetz zur Mehrstaatigkeit ist eine Chance Lebensleistung anzuerkennen und zur Identität als Deutsche beizutragen, ohne Herkunft und Geschichte zu negieren.

 

Inklusion

Es sind nicht die Kinder, die das System behindern, sondern die Strukturen die Barrieren erschaffen. Damit meine ich nicht die sinnbildliche Treppe vor dem Schulgebäude, sondern die Möglichkeiten innerhalb unserer Gesellschaft für Menschen mit Behinderung. Ich war als Kind in einer der ersten Kitas mit einem heilpädagogischen Platz – das Mädchen im Rollstuhl hatte natürlich andere Bedarfe und Fähigkeiten. Und genau das hat meine Kindheit geprägt: den Blick über den Tellerrand und das jeder seine Ressourcen hat.

Inklusion der Menschen mit Behinderung betrifft alle Lebenslagen, von der Geburt bis ins Seniorenheim. Unsere gesellschaftlichen Strukturen sind durch Kategorien und Parallelsysteme geprägt. Für mich gilt: jeder hat die gleiche Chance verdient seine Fähigkeiten zu entwickeln. Hierfür müssen die Strukturen so aufgesetzt werden, dass z.B. Schwerpunkt-Kitas für Kinder mit Behinderungen einen Förderort für alle Kinder bilden. Dies gilt auch für Schulen und steht und fällt mit dem Personalschlüssel. Wir sehen, dass man nicht 1:1 einfach Förderschulen auflösen kann. Ausbildungsmöglichkeiten müssen zum ersten Arbeitsmarkt führen und inklusive Arbeitsplätze ermöglichen. Das Chancen-Teilhabe Gesetz, sowie das Bundes-Teilhabegesetz bieten hier bundesweite Grundlagen, die in NRW umgesetzt werden müssen. Die Landesregierung setzt hier keine Priorität und langfristige Initiativen  daher verstehe ich das Thema Inklusion als Schnittstelle übergreifend über verschiedene Ausschüsse.